Der Laubfrosch (Hyla arborea)
Er ist der kleinste heimische Frosch und seine glatte Haut ist leuchtend grün. An den Finger- und Zehenspitzen sitzen kleine, runde Haftballen, die den Frosch zu einem guten Kletterer machen.
Die Männchen stimmen trotz der geringen Größe der Art während der Balzzeit (April bis Mitte Juni) einen sehr lauten Balzgesang an. Die unverkennbaren „äpp-äpp-äpp“-Rufe sind noch in einer Entfernung von über einem Kilometer zu hören.
Der Lebensraum
Der Laubfrosch sucht zur Fortpflanzungszeit vegetationsreiche Gewässer auf. Besonders wichtig sind voll sonnenexponierte, krautige Flachwasserzonen, wo sich die Larven schnell und geschützt vor Fressfeinden (insbesondere Fischen) entwickeln können.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben sie an Land. Die Sommermonate verbringen die Alttiere in Hecken, Gebüschen und in Bäumen.
Fortpflanzung
Die Jungfrösche verlassen nach einer Entwicklungsdauer von 50 bis 70 Tagen das Geburtsgewässer. Anschließend halten sie sich in der Ufervegetation auf, oft in Hochstaudenfluren, die nicht regelmäßig gemäht werden. Dort kann man sie mit etwas Glück auf großblättrigen Pflanzenstängeln sitzend sehen.
Zum Spätherbst suchen sowohl die Jungfrösche als auch die Alttiere ihre Winterquartiere auf - frostsichere, unterirdische Verstecke, oft in Wäldern und Hecken.
Laubfroschvorkommen im Kreis Gütersloh
Der Verbreitungsschwerpunkt des Laubfroschs im Kreis Gütersloh liegt im Bereich des ehemaligen Altkreises Wiedenbrück – in Langenberg, Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock-Clarholz. Derzeit sind 20 Gewässer bekannt, die von dem Frosch während der Fortpflanzungszeit zur Laichablage genutzt werden.
Seit rund zwei Jahrzehnten dokumentiert die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld die Entwicklung der Bestände im Südkreis. Zum Erhalt und zur Förderung des gefährdeten Frosches setzen wir auf der Grundlage der regelmäßigen Erfassungen gezielte Maßnahmen zur Verbesserung und Vernetzung seiner Lebensräume um.
Mit dem neuen Artenschutzprojekt bekommt nun auch der Nordkreis, insbesondere Werther und Borgholzhausen, ein besonderes Augenmerk. Die letzten Nachweise zum Vorkommen des Laubfrosches liegen bereits einige Jahre zurück und sollen nun erneut untersucht werden.
Das „länder“übergreifende Artenschutzprojekt
Im Kreis Herford an der Grenze zum Kreis Gütersloh und zum niedersächsischen Landkreis Osnabrück gibt es noch Laubfrösche.
Es handelt sich bei dem Vorkommen an den Rötekuhlen in Bardüttingdorf (Spenge) um die größte Population im weiten Umkreis. Die Teiche wurden einst zur Verarbeitung von Flachs zu Leinen angelegt.
Über die Verbreitung und Lebensraumnutzung der Art im weiteren Umfeld um den Standort in Spenge-Bardüttingdorf ist wenig bekannt.
Zur langfristigen Sicherung und Förderung der Laubfroschbestände haben die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld, die Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e. V. sowie die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) im März 2026 ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen.
Das Projekt wird gefördert von der Stiftung für die Natur Ravensberg.
Das Projektgebiet umfasst Teile von Borgholzhausen und Werther (Kreis Gütersloh), Spenge (Kreis Herford) und Melle mit seinen Ortsteilen Neuenkirchen, Riemsloh und Bruchmühlen (Landkreis Osnabrück).
Das Projekt verfolgt im Einzelnen folgende Ziele:
· Ausgehend von den Rötekuhlen in Spenge-Bardüttingdorf soll die Verbreitung des Laubfrosches
im näheren und weiteren Umfeld ermittelt werden.
· Im Vorfeld der Laubfrosch-Erfassung sollen alle Gewässer im Projektgebiet auf ihre Eignung
als Laichgewässer für den Laubfrosch begutachtet werden.
· Aufbauend auf den Erfassungen sollen Maßnahmen zur Optimierung von Lebensräumen mit dem Fokus auf Biotop-vernetzende
Maßnahmen erarbeitet werden, d. h. neben der Erhaltung der aktuellen Population soll auch die weitere Ausbreitung der Art gefördert werden. Geeignete Maßnahmen – die in einem zweiten Projektabschnitt durchgeführt werden sollen – sind u. a. die Pflege vorhandener Gewässer (Gehölzmaßnahmen, Baggerarbeiten), die Neuanlage von Gewässern und die Anlage von Wildhecken und Hochstaudenfluren.
Bitte um Mithilfe
Neben den Erhebungen im Rahmen des Artenschutzprojektes möchten wir Sie um Ihre Mithilfe bitten. Bitte melden Sie uns Funde von Laubfröschen im Umkreis der Rötekuhlen im Raum Spenge- Bardüttingdorf und darüber hinaus. Ob Sichtbeobachtung von erwachsenen Tieren oder Jungtieren – gerne mit Foto - oder Nachweis über das typische Rufen der Männchen, jede Meldung ist uns willkommen!
Die Rufe der Männchen sind an warmen Frühlingsabenden nach Sonnenuntergang gut zu hören:
Laubfrösche (Audio, 360 KB)An folgender Stelle können die Funde gemeldet werden:
Kreis Gütersloh
Biologische Station Gütersloh / Bielefeld e. V., Niederheide 63, 33659 Bielefeld
Conny Oberwelland (conny.oberwelland@biostationgt-bi.de)
Kreis Herford
Biologische Station Ravensberg, Am Herrenhaus 27, 32278 Kirchlengern:
Jennifer Heermann (heermann@bshf.de)
Melle
Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON), Markendorfer Str. 98, 49328 Melle
Volker Tiemeyer (v.tiemeyer@son-net.de)
Bitte fügen Sie – sofern vorhanden – Ihrer Meldung gerne einen konkreten Standort (Adresse oder Koordinaten) oder Fotos zu.
Weitere Informationen:
LANUK NRW Seite
Förderer des Projektes:
Stiftung für die Natur Ravensberg
Am Herrenhaus 27
32278 Kirchlengern (Stift Quernheim)
Telefon: 0157/ 55856503
E-mail: info@stiftung-ravensberg.de
www.stiftung-ravensberg.de