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Artenreiche Feldflur im Kreis Gütersloh
14.03.2018
Bild: F. Püchel-Wieling
Die Förderung der Artenvielfalt in unserer Region ist das Ziel dieses Projekts. Die Biologische Station hat in Abstimmung mit der Landwirtschaft, der Jagd und der Imkerei ein Maßnahmen orientiertes Konzept erstellt. Die ersten Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume für ausgewählte Tier- und Pflanzenarten in unser Kulturlandschaft werden im Winter 2013 / 2014 umgesetzt.
Aktuelles aus dem Projekt
Blühstreifen, Blühflächen und Brachestreifen zur Förderung der Insekten 14.03.2018
Es ist in aller Munde: Das Insektensterben hat einen dramatischen Verlauf angenommen. Laut einer umfassenden Studie ist die Biomasse der Insekten seit 1989 bundesweit um bis zu 80 % zurückgegangen. Die Daten stammen aus Naturschutzgebieten - in nicht geschützten Bereichen der Kulturlandschaft wird dieser Negativtrend wohlmöglich noch gravierender ausfallen. Wer dem Schwund der Insekten (und mit ihnen auch anderer Tierarten) nicht tatenlos zuschauen möchte, sollte sich jetzt engagieren! Blühstreifen, Blühflächen und Brachestreifen stellen beispielsweise effektive Schutzmaßnahmen dar, die das Nahrungsangebot der Insekten verbessern. Die Biostation hat eine umfassende Information mit Empfehlungen und Tipps zur Anlage solcher Flächen erstellt. [...]
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Feldvogelinseln im Acker - einjährige Schutzmaßnahme 10.03.2018
Erlass vom Umeltministerium NRW: Aufgrund der "besonderen Gefährdungslage" zahlreicher Brutvogelarten werden zu ihrem Schutz "Feldvogelinseln" gefördert. Es handelt sich dabei um Ackerbrachen innerhalb einer Fläche, die für ein Jahr angelegt werden. Landwirte können sich bei der Biostation für weitere Informationen melden! [...]
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Allgemeine Informationen

Artenreiche Feldflur im Kreis Gütersloh

Der Umweltausschuss des Kreises Gütersloh sieht den eindeutigen Handlungsbedarf, sich für den Erhalt der Biologischen Vielfalt und für eine Trendwende im Artenrückgang zu engagieren. Im Sommer 2013 ist zu diesem Zweck das Programm "Artenreiche Feldflur im Kreis Gütersloh" ins Leben gerufen worden.
Für die Umsetzung des Programmes hat der Kreis Gütersloh die Biologische Station beauftragt, ein maßnahmenorientiertes Artenschutzkonzept zum Erhalt der Artenvielfalt in der Feldflur zu erarbeiten.

Ziel des Konzeptes ist, ausgewählte Indikatorarten, die stellvertretend für Arten ihres Lebensraumes stehen, durch gezielte Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen im Bestand zu fördern.
Das Konzept wurde gemeinsam mit der Landwirtschaft, der Jagd, Imkerei und dem Naturschutz im Vorfeld abgestimmt.

Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen erfolgt im Auftrag des Kreises Gütersloh durch die Biologische Station, durch die Vertreter der Landwirtschaft, der Jäger und der Imker sowie durch die Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh.






 
 
Feldlerche, Rebhuhn und Kiebitz waren vor ca. 40 Jahren noch weit verbreitete und häufige Arten der offenen Kulturlandschaft. Ebenso wie in vielen Gebieten Mitteleuropas sind seitdem aber gravierende Bestandseinbrüche zu verzeichnen; in den letzten drei Jahrzehnten in einigen Regionen mit dramatischem Verlauf.

Ursachen sind neben dem reinen Flächenverlust die einschneidenden Veränderungen in der Landbewirtschaftung.



Zu nennen sind hier vor allem die deutlich intensivierte Bodennutzung, wie Frühsaat und Frühernten, die Einstellung der Vielfelderwirtschaft, der erhöhte bzw. gezielte Einsatz von Pestiziden, das Ausbringen von Gülle, Flächenzusammenlegung im Rahmen der Flurbereinigung sowie eine stark intensivierte Grünlandwirtschaft. 

Zudem hat sich das Nahrungsangebot durch den Wegfall von insektenreichen Feldsäumen, Stilllegungs- und Bracheflächen erheblich verschlechtert.




Die veränderten Lebensbedingungen machen jedoch nicht nur den Ackervögeln zu schaffen - 
auch andere Kulturfolger wie Steinkauz, Schleiereule, Rauch- und Mehlschwalbe sind in ihrer Populationsdichte stark rückläufig.






 

Weiterhin sind Insekten (z.B. Feldgrille, Schachbrettfalter und Wildbienen) sowie Amphibien (u.a. der Laubfrosch) betroffen.

Auch zahlreiche Pflanzenarten nehmen aufgrund der zunehmenden Intensivierung der Landbewirtschaftung im Bestand stark ab. Dazu zählen Berg-Sandglöckchen, Besenheide, Glockenheide und Heidenelke.






Dieser negativen Entwicklung möchte der Kreis Gütersloh entgegen wirken! 

Mit der Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen sollen die Lebensräume ausgewählter Leitarten der Flora und Fauna verbessert werden und damit ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in unserer Region geleistet werden.

Die Durchführung erfolgt im Auftrag des Kreises Gütersloh durch die Biologische Station gemeinsam mit der Landwirtschaft, den Jägern, Imkern und der Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises.












Blütenreiche Wildpflanzen zur Biogaserzeugung

Der Anbau von Mais ist in den letzten Jahren insbesondere durch seine Verwertung in Biogasanlagen stark angestiegen. 
Die Folge der sogenannten Vermaisung der Landschaft ist der Verlust von Strukturen und von Nahrungshabitaten. In der Feldflur macht sich dies wiederum in der Artenvielfalt bemerkbar.

Eine Maßnahme des Programmes "Artenreiche Feldflur im Kreis Gütersloh" stellt der Anbau von ertrag- und artenreichen Blühpflanzen dar. 
Als Ergänzung zum Mais können diese Pflanzen auch zur Biogaserzeugung verwerten werden. Zugleich werden mit den Blühpflanzen verschiedene Tierarten, wie Insekten, Vögel und Fledermäuse, gefördert. 

Der Kreis Gütersloh und die Stadt Werther (Westf.) hat am 26.2.2015 zu einem interessanten 
Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema "Energie aus Blütenpflanzen - Chance für die Energiewende, für Natur und Kulturlandschaft" eingeladen. Lesen Sie hier den Presseartikel!

Bei dem Vortragsabend hat u.a. der Landwirt Werner Kuhn, Initiator von dem Deutschland weiten Wildpflanzenprojekt  über seine jahrelangen Erfahrungen im Anbau von Blütenpflanzen zur Biogaserzeugung berichtet. 



Weitere Projekte der Biologischen Station zur Förderung einer artenreichen Feldflur im Kreis Gütersloh

Die Biologische Station engagiert sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft. Folgende Projekte haben wir im Kreis Gütersloh durchgeführt (bzw. führen wir aktuell durch):

Seltener Wasserdrache in Gütersloh – Schutzprojekt für den Kammmolch
Der Kammmolch macht seinem landläufigen Namen als "Wasserdrachen" alle Ehre: Zur Fortpflanzungszeit tragen die Männchen einen beeindruckenden Rückenkamm, um den Weibchen zu imponieren. Zur Förderung des gefährdeten, kleinen Drachens führt die Biostation  seit 2017 ein Schutzprojekt durch. (mehr...)




Förderung des Siebenschläfers im Teutoburger Wald
Der Siebenschläfer macht seinem Namen alle Ehre - hält er tatsächlich sieben oder auch schon mal acht Monate Winterschlaf. Die Biologische Station untersucht das Vorkommen des kleinen Bilches im Teutoburger Wald und fördert seinen Bestand durch die Verbesserung des Lebensraumes. (mehr...)



Untersuchung zum Vorkommen von Baummarder und Wildkatze
Sie meiden die Nähe der Menschen und leben eher zurückgezogen in großen, zusammenhängenden Waldgebieten: Der Baummarder (nicht zu verwechseln mit dem Autokabel zerbeißenden Steinmarder) und die scheue Wildkatze. Erstmals wurde im Kreis Gütersloh eine Untersuchung zu dem Vorkommen der beiden gefährdeten Tierarten durchgeführt. (mehr...)


Fledermäuse im FFH-Gebiet Östlicher Teutoburger Wald
Über das Vorkommen von Fledermäusen im Teutoburger Wald ist bisher recht wenig bekannt. Daher führt die Biologische Station seit 2013 eine Bestandsaufnahme der Fledermäuse durch. 



Der Steinkauz - weise, aber gefährdete Gottheit der Nacht
Das Projekt, das die Biologische Station in Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld durchführt, befasst sich mit dem Steinkauz – der seinen wissenschaftlichen Namen (Athene noctua) der griechischen Göttin der Weisheit, Athene, und seiner hauptsächlich nächtlichen Lebensweise (noctua= nächtlich oder Nacht) zu verdanken hat.
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Gold für Gütersloh - Schutzprojekt für die Goldammer
Die Goldammer ist ein typischer Feldvogel der offenen und halboffenen Kulturlandschaft. Ihr Bestand ist aufgrund von Flächenverbrauch und einer zunehmenden Intensivierung der Landbewirtschaftung rückläufig. Die Biostation setzt in Gütersloh und Harsewinkel praktische Maßnahmen um, um ihren Lebensraum zu verbessern. Das 2015 ins Leben gerufene Projekt wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Gütersloh. (mehr...)

 
Praktischer Schutz der Feldlerche (Alauda arvensis) im Kreis Gütersloh
"Es war die Nachtigall und nicht die Lerche" - wer kennt diesen Satz nicht aus Shakespeares "Romeo und Julia"!? 
Leider wird der Gesang der Feldlerche, unseres typischen Frühlingsboten, über den Äckern und Wiesen immer seltener. 
Die Biologische Station engagiert sich seit 2005 aktiv im Schutz der Feldlerche im Kreis Gütersloh.




Schutzprojekt für Schwalben und Mauersegler im Kreis Gütersloh
"Ein Schwalbe macht noch keinen Sommer!" und wir wollen mehr! Die rückläufigen Vorkommen von Rauchschwalbe und Mehlschwalbe sowie vom Mauersegler sollen im Kreis Gütersloh aufgehalten werden. 
Die Biologische Station setzt sich seit 2011 aktiv für die Förderung der Mauersegler und Schwalben im Kreis Gütersloh ein.





Schutzprojekt für Laubfrosch und Steinkauz - Förderung einer artenreichen Kulturlandschaft
Der Laubfrosch und der Steinkauz - beide Bewohner einer naturnahen, strukturreichen Wiesenlandschaft - sind zunehmend vom Aussterben bedroht. 
Die Biologische Station hat mit ihrem Schutzprojekt gezielte Maßnahmen zum Erhalt der beiden sensiblen Tierarten durchgeführt.





Ein Blick in die Lerchenfenster
Lerchenfenster werden landesweit von den Landwirten als Schutzmaßnahme für die Feldlerche angelegt. Es handelt sich dabei um 20m2 große, nicht eingesäte Bereiche in Getreideflächen. 

Untersuchungen zeigen, dass die Lerchen diese Fenster tatsächlich annehmen - ob als Brutplatz oder eher zur Nahrungsaufnahme, möglicherweise gemeinsam mit anderen Ackervögeln?




Kontakt
Anschrift
Biologische Station Gütersloh/Bielefeld
Niederheide 63,
33659 Bielefeld

Tel.: 05209 / 980101
Fax: 05209 / 980102

E-Mail
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